Einführung in die Anpassung von Rollenspiel-Personas
Mit der Persona-Anpassung steuern Sie das Verhalten eines Rollenspiel-Agenten über strukturierte Einstellungen, statt sich nur auf den Prompt zu verlassen. Sie finden sie im Bereich Behavior des Agenten-Editors (Practice > Roleplay Agents, dann einen Agenten erstellen oder öffnen). Sie können Folgendes einstellen:
- Informationsstrategie: wie viel der Agent preisgibt, wann und wie direkt.
- Verlauf des Engagements: wie sich das Gespräch von Beziehungsaufbau über Glaubwürdigkeit bis zum Eingeständnis eines Problems entwickelt.
- Schwierigkeit: wie anspruchsvoll der Agent ist, einschließlich Einwänden, Skepsis, Geduld und Komplexität.
- Gesprächsstil: Redseligkeit, Antwortlänge, Erzählfreude, Humor und wie oft der Agent Fragen stellt.
Warum nutzen?
- Gleichbleibende Herausforderung: Agenten realistisch anspruchsvoll gestalten, damit Teammitglieder verlässlich üben können.
- Einheitlicher Schwierigkeitsgrad: den Schwierigkeitsgrad der Übungen über Teams und Regionen hinweg angleichen.
- Abstimmung auf Käufertypen: das Verhalten des Agenten an unterschiedliche Käufertypen anpassen, etwa eine skeptische Führungskraft, einen neugierigen Prüfer oder einen preisorientierten Interessenten.
- Mehr als Prompts: das Verhalten über strukturierte Einstellungen steuern, statt sich nur auf frei formulierten Prompt-Text zu verlassen.
Wichtige Produktdetails
- Die Verhaltenseinstellungen gelten für den Haupt-Rollenspiel-Agenten (den Käufer oder die entscheidende Person) und seine Scorecard. Hat der Agent einen Gatekeeper, verwendet die Gatekeeper-Phase eine eigene Persona und eine separate Scorecard, und die Verhaltenseinstellungen ändern daran nichts.
- Die Einstellung Background Environment gilt für den Gatekeeper, sofern der Agent einen hat. Gibt es keinen Gatekeeper, gilt sie für den Hauptagenten. Details finden Sie unter Einem Rollenspiel einen Gatekeeper hinzufügen.
Ein Verhalten auswählen oder erstellen
Der Bereich Behavior beginnt mit Configure Behaviour und zwei Optionen:
- Existing Behaviour: ein gespeichertes Verhalten aus der Liste Behaviour auswählen.
- Custom Behaviour: von den aktuellen Einstellungen ausgehen, dem Verhalten einen Namen geben und die Einstellungen darunter anpassen.
Die Einstellungen sind in vier Gruppen gegliedert: Information Strategy, Engagement Progression, Difficulty Settings und Conversation Style. Die meisten Schieberegler reichen von 1 (niedrig) bis 10 (hoch).
Information Strategy
Steuert, wie der Agent Informationen teilt und wann er Probleme offenlegt.
Einstellung | Was sie bewirkt |
|---|---|
Proactive Sharing | Wie viel der Agent von sich aus preisgibt, ohne gefragt zu werden: Minimal, Moderate oder Open. |
Direct Answer | Wie direkt der Agent Fragen beantwortet. Höhere Werte bedeuten weniger Ausflüchte und Umlenkungen. |
Deflection Tendency | Wie oft der Agent Fragen ausweicht. Hohe Werte simulieren ausweichende Gesprächspartner. |
Detail Level | Wie detailliert der Agent antwortet: High Level, Detailed oder Granular. |
Pain Point Timing | Wann der Agent seine Probleme offenlegt: Immediate, After Rapport oder After Trust. |
Pain Point Depth | Wie offen der Agent über seine Probleme spricht: Resistant, Moderate oder Open. |
Beispiel: Für eine skeptische Führungskraft setzen Sie Deflection Tendency höher und Proactive Sharing auf Minimal, damit sich das Teammitglied Informationen erarbeiten muss. Für einen neugierigen Prüfer setzen Sie Proactive Sharing auf Open und Detail Level auf Detailed oder Granular.
Engagement Progression
Steuert, wie das Gespräch die Stufen des Engagements durchläuft.
Einstellung | Was sie bewirkt |
|---|---|
Initial State | Wie der Agent ins Gespräch startet: Closed, Neutral oder Receptive. |
Verbal Demonstration, Rapport Building, Credibility Establishment, Pain Acknowledgment, Personalization | Jede dieser Einstellungen hat ein Weight (wie wichtig dieser Faktor für den Agenten ist) und einen Threshold (wie viel davon das Teammitglied zeigen muss, bevor sich der Agent öffnet). |
Progression Stage | Die Engagement-Stufe, die der Agent anstrebt: Guarded, Curious, Engaged oder Collaborative. |
Regression Triggers | Was den Agenten wieder auf Abstand gehen lässt: Pushiness, Irrelevance oder Time wasting. |
Beispiel: Für das Training mit preisorientierten Interessenten geben Sie Credibility Establishment ein hohes Gewicht und einen hohen Schwellenwert, damit der Agent ein Problem erst eingesteht, wenn der Nutzen klar ist. Setzen Sie Regression Triggers auf Pushiness, damit ein verfrühtes Rabattangebot den Agenten zurückweichen lässt.
Difficulty Settings
Steuert, wie anspruchsvoll der Agent ist und ob sich die Schwierigkeit während des Gesprächs anpasst.
Einstellung | Was sie bewirkt |
|---|---|
Overall Difficulty Level | Die Gesamtschwierigkeit der Sitzung. Höhere Stufen kombinieren härtere Einwände, mehr Zurückhaltung und stärkere Skepsis. |
Objection Sophistication | Niedrig bedeutet einfache, einzelne Einwände. Hoch bedeutet zusammengesetzte Einwände mit mehreren dahinterliegenden Bedenken. |
Information Withholding | Wie viel relevanten Kontext der Agent zurückhält, bis das Teammitglied die richtigen Fragen stellt. |
Skepticism Level | Wie skeptisch der Agent ist. |
Patience Threshold | Wie lange es dauert, bis der Agent ungeduldig wird oder sich zurückzieht. |
Decision Complexity | Niedrig bedeutet, der Agent kann allein entscheiden. Hoch bedeutet mehrere Stakeholder, Freigaben oder Budgetzyklen. |
Adaptive Difficulty Enabled | True oder False: ob sich die Schwierigkeit während des Gesprächs daran anpasst, wie gut das Teammitglied abschneidet. |
Adjustment Speed | Wie schnell sich die adaptive Schwierigkeit ändert: Slow, Moderate oder Fast. |
Performance Window | Wie viel des jüngsten Gesprächsverlaufs zur Beurteilung der Leistung für die adaptive Schwierigkeit herangezogen wird. |
Beispiel: Für durchgehend anspruchsvolles Üben setzen Sie Overall Difficulty Level und Objection Sophistication hoch. Für selbstständiges Üben, bei dem ein Agent mehrere Kompetenzstufen bedient, setzen Sie Adaptive Difficulty Enabled auf True.
Conversation Style
Steuert, wie der Agent spricht.
Einstellung | Was sie bewirkt |
|---|---|
Verbosity | Wie viel der Agent pro Redebeitrag sagt: Brief, Moderate oder Detailed. |
Response Length Preference | Antworten Brief, Balanced oder Detailed. |
Storytelling Tendency | Wie oft der Agent Geschichten, Beispiele oder Vergleiche nutzt. Höhere Werte geben dem Teammitglied mehr zum Zuhören. |
Humor Usage | Wie viel Humor der Agent einsetzt. |
Question Asking Frequency | Wie oft der Agent Gegenfragen stellt: Minimal, Moderate oder Inquisitive. |
Beispiel: Für Übungen im Stil von Führungskräften setzen Sie Verbosity und Response Length Preference auf Brief. Für einen kooperativen Prüfer setzen Sie Question Asking Frequency auf Inquisitive und erhöhen Storytelling Tendency.
Beispiele
Beispiel 1: Skeptische Führungskraft (schwer)
- Information Strategy: Proactive Sharing Minimal, Direct Answer niedrig, Deflection Tendency hoch, Detail Level High Level, Pain Point Timing After Trust, Pain Point Depth Resistant.
- Engagement Progression: Initial State Closed, hohes Gewicht und hoher Schwellenwert bei Credibility Establishment, Regression Triggers Pushiness.
- Difficulty: Overall Difficulty Level hoch, Objection Sophistication hoch, Skepticism Level hoch, Decision Complexity hoch.
- Conversation Style: Verbosity Brief, Response Length Preference Brief, Humor Usage niedrig, Question Asking Frequency Inquisitive.
Beispiel 2: Neugieriger Prüfer (mittel)
- Information Strategy: Proactive Sharing Open, Direct Answer hoch, Deflection Tendency niedrig, Detail Level Detailed, Pain Point Timing After Rapport, Pain Point Depth Open.
- Engagement Progression: Initial State Receptive, hohes Gewicht bei Rapport Building und Verbal Demonstration.
- Difficulty: Overall Difficulty Level mittel, Skepticism Level niedrig bis mittel, Patience Threshold hoch.
- Conversation Style: Verbosity Moderate, Storytelling Tendency hoch, Question Asking Frequency Inquisitive.
Beispiel 3: Preisorientierter Interessent (mittel bis schwer)
- Information Strategy: Proactive Sharing Minimal, Deflection Tendency hoch, Pain Point Timing After Rapport, Pain Point Depth Moderate.
- Engagement Progression: hohes Gewicht und hoher Schwellenwert bei Credibility Establishment, Regression Triggers Pushiness.
- Difficulty: Information Withholding hoch, Objection Sophistication mittel, Patience Threshold mittel.
- Conversation Style: Response Length Preference Balanced, Question Asking Frequency Moderate.
Beispiel 4: Adaptive Schwierigkeit (selbstständiges Üben)
- Difficulty: Adaptive Difficulty Enabled True, Overall Difficulty Level mittel als Ausgangspunkt, Adjustment Speed Moderate.
- Übrige Einstellungen wie bei einem typischen Discovery-Gespräch. Die Schwierigkeit steigt oder sinkt dann je nachdem, wie das Teammitglied in der Sitzung abschneidet.
Tipps
- Speichern Sie den Agenten, nachdem Sie die Verhaltenseinstellungen geändert haben. Die Änderungen gelten für neue Rollenspielsitzungen.
- Nutzen Sie Instructions to Rep oder den Szenariotext, um die Erwartungen des Teammitglieds an das konfigurierte Verhalten anzupassen.
- Um ein Verhalten für einen anderen Agenten wiederzuverwenden, wählen Sie Existing Behaviour und dann das Verhalten aus der Liste. Sie können auch einen Agenten klonen, der bereits das gewünschte Verhalten hat, und dann Name, Szenario und Scorecard ändern.
Zu Gatekeeper-Einrichtung, Scorecards und Hintergrundgeräuschen siehe Einem Rollenspiel einen Gatekeeper hinzufügen. Zu Rollenspielen mit mehreren Personas siehe Einen Multi-Persona-Rollenspiel-Agenten erstellen.
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